Mit einer Kanalinspektion lässt sich sichtbar machen, was sich im Erdreich unter Ihrem Haus und Garten abspielt, also etwa eingewachsene Wurzeln oder Ablagerungen, die den Querschnitt des Rohres nach und nach verengen. In aller Regel setzt sie sich aus drei Arbeitsschritten zusammen: der Reinigung, der TV- bzw. Kamera-Inspektion und, wenn es nötig ist, einer Dichtheitsprüfung. Die Reinigung kommt dabei immer vor der Befahrung, denn erst an der freigespülten Rohrwand sind Schäden auf dem Kamerabild zu erkennen.
Kanalinspektion: drei Verfahren, die zusammengehören
Mit dem Begriff Kanalinspektion ist die Untersuchung der Abwasserleitungen auf einem Grundstück gemeint, und zwar vom Fallrohr im Haus über die Grundleitung unterhalb der Bodenplatte bis hin zum Anschluss an den öffentlichen Kanal. Am häufigsten betroffen ist dabei die Grundleitung, denn sie verläuft im Erdreich oder unter dem Kellerboden, ist von außen nicht einsehbar und wird oft über Jahrzehnte schlicht vergessen, solange das Wasser abfließt.
Bei der Dichtheitsprüfung geht es um beide Richtungen: ob Abwasser nach außen dringt oder Grundwasser in die Leitung gelangt.
Welches Verfahren welche Frage beantwortet
| Verfahren | Beantwortet die Frage | Typisches Ergebnis |
|---|---|---|
| Reinigung (Hochdruckspülung) | Ist die Leitung frei und befahrbar? | Ablagerungen und Fett sind beseitigt, Wurzeln ggf. mit Fräswerkzeug entfernt; die Rohrwand ist erkennbar |
| TV-/Kamera-Inspektion | Wie ist der bauliche Zustand? | Video und Protokoll mit den Schäden und ihrer Lage |
| Dichtheitsprüfung | Ist die Leitung dicht? | Prüfprotokoll mit dem Druck- oder Wasserverlust während der Prüfzeit |
Bewährte Abfolge: zuerst reinigen, danach befahren, anschließend bei Bedarf prüfen.
Dass diese Reihenfolge eingehalten wird, hat ganz handfeste technische Gründe: Eine Kamera, die sich durch Schlamm bewegt, liefert eben auch nur Bilder von Schlamm.
Wann sich eine Kamera-Inspektion wirklich lohnt
Anders als der Besuch des Kaminkehrers ist eine Kamerabefahrung kein fester Pflichttermin im Jahreslauf. Es gibt allerdings eindeutige Anlässe, bei denen sie mehr bewirkt als jede weitere Reinigung. Am häufigsten ist ein Abfluss, der sich immer wieder an derselben Stelle zusetzt. Dahinter verbirgt sich dann meist eine bauliche Ursache wie eine Senke oder versetzte Muffe, die mit der Spirale nur kurzfristig zu beheben ist.
- Verstopfungen, die trotz Reinigung zurückkehren, oder Abläufe, die gluckern
- Kanalgeruch im Keller oder im Garten, dessen Herkunft unklar ist
- Feuchte Flecken an den Kellerwänden oder Absenkungen im Rasen oberhalb der Leitung
- Ein geplanter Hauskauf, vor allem bei Gebäuden mit Leitungen aus den 1960er- bis 1980er-Jahren
- Anstehender Umbau, Anbau oder Pflasterarbeiten über vorhandenen Leitungen
- Große Bäume oder Hecken in der Nähe des Leitungsverlaufs
Gerade wenn Sie im Großraum München und Rosenheim ein Haus kaufen möchten, ist ein Blick ins Rohr sehr zu empfehlen. Bei Besichtigungen geht es meist um Dach und Heizung, während die Abwasserleitung kaum zur Sprache kommt. Eine beschädigte Grundleitung unter der Bodenplatte kann jedoch bedeuten, dass der Kellerboden aufgestemmt werden muss, und ein Video vor der Vertragsunterzeichnung schafft hier für beide Seiten Klarheit.
Wie eine TV-Kamerainspektion abläuft
Den Zugang finden und die Leitung reinigen
Als Erstes klärt der Fachmann, an welcher Stelle sich die Kamera einführen lässt. Das kann ein Kontrollschacht im Garten oder eine Reinigungsöffnung im Keller sein; gibt es beides nicht, funktioniert es auch über einen abgebauten Ablauf oder die Dachentlüftung. Anschließend wird die Leitung gespült: Bei der Hochdruckspülung zieht sich eine Düse mit rückwärts gerichteten Wasserstrahlen selbstständig durch das Rohr und löst dabei Fett und Schlamm von der Rohrwand.
Befahrung mit Schiebe- oder Fahrwagenkamera
In Hausleitungen und Grundleitungen mit kleiner Nennweite verwendet man in der Regel eine Schiebekamera, bei der ein Kamerakopf an einem flexiblen Schubkabel von Hand durch die Leitung geschoben wird. Abhängig vom Gerät lassen sich so Leitungen ab etwa DN 25 bis DN 50 befahren. Für größere Rohre wie den Anschlusskanal oder Sammelleitungen stehen selbstfahrende Fahrwagenkameras zur Verfügung. Hochwertige Systeme verfügen über einen Schwenkkopf, mit dem man auch Abzweige und Muffen von innen gründlich in Augenschein nehmen kann.
Ortung und Dokumentation
Über einen Meterzähler am Kabel lässt sich ablesen, wie weit sich der Kamerakopf vom Einstiegspunkt entfernt befindet. Viele Kameras haben außerdem einen Ortungssender im Kopf, der sich von oben mit einem Empfänger aufspüren lässt, sodass man die Schadstelle auf dem Rasen oder dem Kellerboden markieren und ihre Tiefe abschätzen kann. Die gesamte Befahrung wird auf Video aufgezeichnet, und im Protokoll werden die Schäden samt Position festgehalten. Für die Einstufung steht mit der DIN EN 13508-2 ein einheitliches Kodiersystem bereit, das vor allem bei Gutachten und Unterlagen für Behörden von Bedeutung ist.
Die Kanalinspektion vorbereiten: Schritt für Schritt
Die meisten Verzögerungen entstehen beim Zugang zur Leitung. Mit etwas Vorbereitung geht die Befahrung daher zügiger vonstatten, und das Ergebnis fällt aussagekräftiger aus.
So bereiten Sie sich auf den Termin vor
- Unterlagen heraussuchenWerfen Sie einen Blick in die Bauakte, den Entwässerungsplan oder die Unterlagen aus dem Hauskauf, ob sich dort ein Plan der Grundleitung findet. Selbst eine grobe Skizze hilft, Schächte und Abzweige rascher zu lokalisieren.
- Schächte und Öffnungen zugänglich machenLegen Sie die Kontrollschächte im Garten frei, denn häufig sind sie überpflastert, mit Erde zugedeckt oder durch Pflanzkübel verstellt. Im Keller sollte die Reinigungsöffnung gut erreichbar sein, räumen Sie also davorstehende Regale bitte beiseite.
- Während der Befahrung kein Wasser verbrauchenInformieren Sie alle Hausbewohner: Bitte keine Wasch- oder Spülmaschine laufen lassen, nicht duschen und die Toilette möglichst nicht spülen. Nachfließendes Wasser trübt das Bild und überdeckt mögliche Schadstellen.
- Beobachtungen aufschreibenNotieren Sie, wann und an welcher Stelle Probleme auftreten, also welcher Ablauf zuerst gluckert, ob es nach Starkregen schlimmer wird und wo es unangenehm riecht. Mit diesen Hinweisen lässt sich die Kamera gezielt zu den verdächtigen Abschnitten lenken.
- Mitschauen und Unterlagen sichernVerfolgen Sie die Befahrung ruhig am Monitor mit und fragen Sie nach, was gerade zu sehen ist. Lassen Sie sich Video und Protokoll übergeben und die markierten Schadstellen auf dem Grundstück zeigen.
Bedenken Sie auch, dass das Fahrzeug und die Spülschläuche möglichst nah ans Haus herankommen müssen. Bei schmalen Hofeinfahrten oder Reihenhäusern ohne Zugang zum Garten ist ein kurzer Hinweis bei der Terminabsprache daher sehr hilfreich.
Schadensbilder auf dem Monitor richtig deuten
Nicht jede Auffälligkeit im Video muss Sie beunruhigen. Ausschlaggebend ist vielmehr, ob ein Befund den Abfluss beeinträchtigt oder die Leitung undicht werden lässt.
- Ablagerungen und Verjüngung: Kalk, Urinstein oder Fett engen den Querschnitt ein. Meist lässt sich das durch eine Reinigung beheben, ändern sich die Gewohnheiten jedoch nicht, bilden sich die Ablagerungen erneut.
- Wurzeleinwuchs: Feine Wurzeln gelangen über Muffen oder Risse ins Rohr und wachsen dort zu dichten Geflechten heran. Das Abschneiden hilft nur eine Zeit lang, dauerhaft wirkt allein die Abdichtung der Eintrittsstelle.
- Versetzte Muffen: Die Rohre haben sich gegeneinander verschoben, sodass an der Kante Material hängen bleibt. Dieses Bild zeigt sich häufig bei älteren Steinzeug- und Betonleitungen.
- Risse und Scherben: Längs- oder Querrisse, im ungünstigsten Fall sogar fehlende Rohrstücke. Hier entweicht Abwasser, und Erdreich kann ins Rohr eingeschwemmt werden.
- Senken und Gegengefälle: Das Wasser bleibt in der Leitung stehen, und im Video erkennt man einen Wasserspiegel, in den die Kamera teilweise eintaucht.
- Einragende Abzweige: Ein seitlicher Anschluss ragt ins Hauptrohr hinein und bremst Feststoffe aus.
In zahlreichen Häusern im Landkreis Rosenheim und im Münchner Umland, die in den 1960er- und 1970er-Jahren errichtet wurden, liegen nach wie vor Steinzeug- oder Betonrohre mit vielen Muffenverbindungen, weshalb versetzte Muffen und Wurzeleinwuchs dort erfahrungsgemäß typische Befunde sind. Ob eine Sanierung ansteht, richtet sich nach dem Ausmaß: Ein einzelner Riss lässt sich häufig punktuell abdichten, beispielsweise mit einem Kurzliner, während bei zahlreichen Schäden auf längerer Strecke eher ein Schlauchliner oder eine Teilerneuerung infrage kommen.
Dichtheitsprüfung: wann sie verlangt wird und wie sie funktioniert
Die Kamera macht sichtbare Schäden erkennbar, einen Beweis für die Dichtheit liefert sie aber nicht, denn feine Haarrisse oder eine nachlassende Dichtung an der Muffe sind im Bild nicht immer auszumachen. Genau das klärt die Dichtheitsprüfung: Die Leitung wird abschnittsweise mit Absperrblasen verschlossen und anschließend mit Wasser gefüllt oder unter Luftdruck gesetzt. Während einer festgelegten Prüfzeit wird dann gemessen, ob Wasser nachgefüllt werden muss oder der Druck absinkt.
Bei neuen Leitungen richtet sich die Prüfung nach DIN EN 1610, bei bestehenden Grundstücksentwässerungsanlagen nach DIN 1986-30. Je nach Leitung und Vorgabe kann anstelle einer Druckprüfung auch eine optische Inspektion genügen; welches Verfahren gefordert ist, ergibt sich aus der jeweiligen Vorgabe.
Häufige Anlässe für eine geforderte Prüfung sind etwa der Neubau einer Leitung oder eine Aufforderung durch die Gemeinde. Klären Sie vor dem Termin, ob ein bestimmtes Prüfverfahren oder ein spezieller Nachweis verlangt wird, und fragen Sie den Betrieb ruhig auch, ob er diese Prüfung selbst übernimmt. Ist eine Leitung erkennbar beschädigt, ist eine Druckprüfung vor der Reparatur meist überflüssig, da sie nur bestätigen würde, was die Kamera bereits gezeigt hat.
Die Rohrkamera selbst einsetzen: was Baumarkt-Geräte leisten können
Endoskopkameras für den Hausgebrauch sind problemlos erhältlich und für manche Fragestellungen durchaus brauchbar. Ein Blick in den Siphon, ins Fallrohr hinter einer Revisionsöffnung oder in die ersten Meter eines Abflusses verrät, ob dort ein Gegenstand feststeckt oder sich Haare angesammelt haben. In der Grundleitung geraten solche Geräte allerdings rasch an ihre Grenzen.
Heimwerker-Kamera oder professionelle Kanalkamera?
Endoskop aus dem Baumarkt
- Geeignet für Siphon, kurze Abflussstrecken und Revisionsöffnungen
- Kurzes, häufig zu weiches Kabel, das sich in Rohrbögen staucht
- In der Regel ohne Meterzähler und Ortungssender
- Keine verwertbare Dokumentation für Gemeinde, Versicherung oder Hauskauf
Professionelle Kanal-TV-Kamera
- Befährt Grundleitung und Anschlusskanal auch über mehrere Bögen hinweg
- Schwenkkopf für den Blick in Muffen und Abzweige
- Meterzähler und Ortung, um die Schadstelle exakt zu markieren
- Video und Protokoll als Basis für Sanierung und Nachweise
Dazu kommt die Auswertung der Bilder: Ob eine dunkle Stelle ein Riss, eine Verfärbung oder bloß ein Wassertropfen auf der Linse ist, lässt sich erst mit einiger Erfahrung zuverlässig beurteilen. Haben Sie einen konkreten Verdacht, sind Sie mit einer fachgerechten Befahrung daher in den meisten Fällen besser beraten als mit eigenen Versuchen.
Wovon der Aufwand einer Kanalinspektion abhängt
Pauschale Preisangaben bringen Sie bei der Kanalinspektion kaum weiter, weil sich jede Leitung anders verhält. Hilfreicher ist es, die Faktoren zu kennen, die den Aufwand bestimmen, denn so können Sie ein Angebot besser nachvollziehen und am Telefon gleich die passenden Angaben machen.
- Zugang: Ein frei zugänglicher Kontrollschacht spart Zeit. Muss zunächst ein Ablauf abgebaut oder über das Dach eingefahren werden, erhöht sich der Aufwand.
- Länge und Verzweigungen: Ein Reihenhaus mit kurzer Grundleitung ist zügiger befahren als ein Hof mit Anbauten, Nebengebäuden und mehreren Strängen.
- Verschmutzung: Je mehr Ablagerungen, Fett oder Wurzeln sich im Rohr befinden, desto mehr Zeit nimmt die Vorreinigung in Anspruch.
- Ortung und Dokumentation: Markierte Schadstellen, Tiefenangaben und ein normgerechtes Protokoll bedeuten mehr Arbeit als ein reines Video.
- Dichtheitsprüfung: Absperren, Befüllen und Prüfzeit kommen als zusätzlicher Arbeitsschritt hinzu.
- Zeitpunkt: Ein Einsatz außerhalb der regulären Arbeitszeit wird üblicherweise anders abgerechnet als ein geplanter Termin unter der Woche.
Erkundigen Sie sich beim Angebot, welche Leistungen enthalten sind, etwa ob alle Stränge befahren werden oder nur ein Abschnitt und ob ein schriftliches Protokoll dazugehört. Klären Sie außerdem, wie abgerechnet wird, falls die Vorreinigung länger dauert als zunächst angenommen.
Kanalinspektion in Pfaffing und Umgebung
ABH Rohrreinigung arbeitet seit 2009 in der Rohr- und Kanalreinigung und hat seinen Betriebssitz seit 2014 in Pfaffing; zuvor war der Betrieb in Ebersberg ansässig. Inhaber Roland Appel ist bei den Einsätzen selbst vor Ort, sodass derselbe Fachmann befährt und die Bilder bewertet. Zum Einsatzgebiet gehören Pfaffing und der Landkreis Rosenheim bis in den Großraum München.
Eine Kanal-TV-Untersuchung steht selten für sich allein. Ergibt die Befahrung, dass sich immer wieder Ablagerungen bilden, kann ein Wartungsvertrag mit regelmäßiger Reinigung sinnvoll sein. Liegt Ihr Keller unterhalb der Rückstauebene, in der Regel der Straßenoberkante, lohnt es sich, bei dieser Gelegenheit auch Rückstausicherung oder Hebeanlage prüfen zu lassen, denn beides gehört ebenfalls zum Leistungsangebot. Wird es dringend, etwa bei Rückstau im Keller, ist der Notdienst rund um die Uhr erreichbar.





